![]() |
||
1.
Chronische Gefühle von Leere und Langeweile Die Diagnose Borderline ist zutreffend, wenn mindestens fünf der neun Kriterien erfüllt sind. Zieht sich die Symptomatik schon durch mehrere Jahre oder ein ganzes Laben, so spricht man von der Borderline-Persönlichkeitsstörung. Treten die Symptome erst jüngst oder phasenweise auf, so nennt man das Borderline-Syndrom. Rechnerisch ergeben sich damit nicht weniger als 256 verschiedene Kombinationsmöglichkeiten (bei 5 bis 9 von 9 Kriterien). Selbst Borderliner, die nicht nur fünf, sondern mindestens sechs der genannten Punkte erfüllen gibt es noch in der erstaunlichen Vielfalt von 130 unterschiedlich ausgeprägten Typen. Beachtet man noch die recht weit gefasste Natur der einzelnen Kriterien, von denen wohl jeder Mensch schon irgendwann einmal mindestens drei an sich selbst beobachten konnte, so wird langsam deutlich, dass die Chance, kein Borderliner zu sein, rechnerisch etwas rar wird. Bedenken wir als nächstes, dass bei nur vier statt fünf erfüllten Kriterien keine Borderlinestörung vorliegt, dann sind wir Borderliner doch von den Nicht-Borderlinern kaum nennenswert entfernt. Doch das ist natürlich blanke Theorie. Das Diagnostische Manual und die darin beschriebenen Symptome dienen dazu, ein Krankheitsbild zuordnen zu können, es zu erkennen, es zu benennen. Es ist jedoch keine geeignete Grundlage, um eine Krankheit zu verstehen oder eine Therapie zu konzipieren.
|