Wenn die Luft so klar und kalt ist, sich anfühlt wie ein geschliffener Kristall und man ahnt, dass es schneien wird, bald, dann treibt die Seele den Körper hinaus ins Freie. Man zieht seine Stiefel an, schmiegt sich in einen wohlig weichen Schal, der dort draußen wie eine Mutter ist. Bei jedem kalten Windstoss vergräbt man schnell das Gesicht in ihm, fühlt sich, als könne er nicht nur vor Kälte sondern sicher auch vor allem Bösen dieser Welt schützen.
Das kann er nicht. Aber das möchte man jetzt nicht wissen.
Man tritt aus dem Haus als betrete man eine andere Welt, geht hinein in diese Welt. Spürt die Spannung, die sich erst entladen wird, sobald die erste Schneeflocke ihren Weg auf den gefrorenen Boden findet. Der Schnee legt sich sodann wie ein Federbett über alle Gedanken, wärmt eines Menschen Herz und kühlt seine Wunden. Der Schnee macht unschuldig, was schuldig war, hüllt in Schweigen, spendet Schlaf.