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Blossoms Blog
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Kurzgeschichten

Taxi Yellowdot

„Taxiii!“
Prompt hielt eins. Der Fahrgast stieg ein.
„Jepp. Wohin?“
„Ich muss zum Mond. Schnell. Es ist dringend.“
Der Fahrgast schien ziemlich durch den Wind zu sein. Mit hastigen Bewegungen stieg er in das gelbe Taxi ein.
THE YELLOW DOT stand in abgefledderter Schrift auf den Türen und der Wagen machte insgesamt keinen ganz frischen Eindruck. Am Steuer saß eine Frau mit einer gelben Jacke und gelben langen Haaren.
„Wie lange werden wir unterwegs sein?“ fragte der Fahrgast, die schweißnasse Hand auf die Lehne des Fahrersitzes gelegt und den Oberkörper leicht vorgebeugt.

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Das Fieber

Obwohl die Kaiserin JowyPmby es mit kaltem Wasser getränkt hatte, fühlte sich das weiße Baumwolltuch fast heiß an, als sie es von der Stirn des Ritters nahm.
Seit Tagen lag der Ritter im Fieber.
Aus der letzten Schlacht, die er schlug, war er ohne Bewußtsein zurückgekehrt.
Seine trockenen Lippen gaben wirre Laute von sich, der Sprache von Druiden ähnelnd, und seine geschlossenen Augen bewegten sich unaufhörlich, als folgten sie noch immer den fremden Kriegern, als sähen sie noch immer die blutenden Leiber der Frauen und Kinder, die zu retten er nicht imstande war. Fast unhörbar summte er gelegentlich eine alte Melodie.

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Der Patient

Im April 2001 bekam Doktor Sonnentau einen außergewöhnlichen Patienten. Doktor Sonnentau hatte das Fenster geöffnet und genoss im zarten Sonnenlicht den geordneten Zustand auf seinem Schreibtisch, den er gerade am Morgen aufzuräumen geschafft hatte. Schon, als sein neuer Patient eintrat, machte der einen steifen und distanzierten Eindruck. Ungelenk streckte er sich dem Doktor entgegen, um ihn zu begrüßen.
>>Bitte. Nehmen Sie Platz.<<, sagte der.
Der Patient setzte sich mit einer solchen Bedachtsamkeit, dass man sich beim Zuschauen zwangsläufig einbildete, ein Knarren oder Quietschen zu hören. Wer sich so langsam setzte, der musste dabei doch knarren, das lag bei aller Unsinnigkeit auf der Hand.

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Wintertag

Wenn die Luft so klar und kalt ist, sich anfühlt wie ein geschliffener Kristall und man ahnt, dass es schneien wird, bald, dann treibt die Seele den Körper hinaus ins Freie. Man zieht seine Stiefel an, schmiegt sich in einen wohlig weichen Schal, der dort draußen wie eine Mutter ist. Bei jedem kalten Windstoss vergräbt man schnell das Gesicht in ihm, fühlt sich, als könne er nicht nur vor Kälte sondern sicher auch vor allem Bösen dieser Welt schützen.
Das kann er nicht. Aber das möchte man jetzt nicht wissen.
Man tritt aus dem Haus als betrete man eine andere Welt, geht hinein in diese Welt. Spürt die Spannung, die sich erst entladen wird, sobald die erste Schneeflocke ihren Weg auf den gefrorenen Boden findet. Der Schnee legt sich sodann wie ein Federbett über alle Gedanken, wärmt eines Menschen Herz und kühlt seine Wunden. Der Schnee macht unschuldig, was schuldig war, hüllt in Schweigen, spendet Schlaf.

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Der Weg

Möglicherweise lag es daran, dass mein Dienst an diesem Abend etwas länger ging. Ich war nämlich eigentlich immer sehr rechtzeitig fertig mit meiner Arbeit, müssen Sie wissen. Pünktlich um fünf Minuten nach siebzehn Uhr trat ich sonst meinen Heimweg an, doch an diesem Tag sah ich mich ganze 23 Minuten verspätet.
Wie Sie wissen vermögen 23 Minuten an einem Mittwochnachmittag im Mai einem völlig die zeitliche Orientierung zu nehmen. Das Licht am Himmel ist ein anderes, die Intensität des Straßenverkehrs erscheint verändert, zugegebenermaßen mag es aber auch die Abweichung vom eigenen Tagesrhythmus sein, welche die Wahrnehmung sicherlich beeinträchtigt.

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