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Blossoms Blog Februar 2012

Ihr Lieben!

es ist halb drei Uhr nachts und ich lese Eure vielen Beiträge in meinen Gästebüchern. Womit hab ich Euch bloss verdient? Einige von Euch sind mir seit Jahren in so treuer Verbundenheit zugetan, dass ich inzwischen echt ein schlechtes Gewissen habe, meine Website immer wieder so lange zu vernachlässigen.

Leider bin ich eine ziemliche Null, was das Pflegen von Freundschaften angeht. Und das Mäuerchen wird höher, je älter ich werde. Ich glaube, ich habe Euch deswegen nie richtig wahrgenommen. Hab wohl nur gegen meine Mauer gestarrt. Aber Ihr seid immer noch da! Und beschert dieser Website auch in stillen Zeiten konstant ca 5000 Besuche pro Monat! Und dafür danke ich Euch.

Und deshalb wage ich mal den Versuch, neben aller Klugscheisserei hier auch mal ein wenig mehr Persönliches mit rein zu bringen.
Daher hier der beginnende Versuch eines Blogs.
Und damit auch der Versuch, Euch nach vielen Jahren nicht nur mein Hirn anzubieten, sondern vielleicht auch mal mein Herz.

only my two cents, Blossom:)

Hach, es war ja ein guter Vorsatz, das mit Blossoms Blog.

Aber so richtig klappt das dann doch nicht, mit dem Sich-Öffnen.
Ich möchte mich wohl schlicht nicht angreifbar machen. Mag lieber die geordnete analytische Blossom bleiben und habe ein Problem damit, hier öffentlich den Chaos-Borderliner raushängen zu lassen, der auch ich natürlich innerlich bin. Wenn ich mich im Netz bewege und mich mit der aggressiven Haltung vieler Ex-Partner von Borderliner uns Borderlinern gegenüber konfrontiere, dann merke ich, dass ich meine Pufferzone brauche. Ich habe Angst mich hier bewusst als Hackbrett anzubieten. Ich möchte nicht, dass diese Menschen Dinge von mir sehen, die zu verstehen sie aufgrund tiefer Verletzungen nicht mehr in der Lage sind. ICH habe ihnen diese Verletzungen nicht zugefügt, aber ich habe dieselbe Krankheit wie die Menschen, die es taten. Allein das macht mich zum Feind. Und dem Feind begegne ich lieber nur mit Rüstung.

Ich bin Blossom, Borderlinerin, und ich esse kleine Kinder zum Frühstück.

Boooh!

 
Nachtrag zum Eintrag von gestern

Jemand, dem ich diesbezüglich was zutraue, hat mir gestern abend noch erläutert, dass "Abwarten und Tee trinken" möglicherweise doch nicht so ganz die richtige Strategie bei Angststörungen ist.
Nun, da macht es sich die Blossom wohl wieder zu einfach. Ein bisschen Arbeit an der Sache wäre wohl schon nötig, heisst es. Mal wieder. Mal wieder. Mal wieder.

Kinners, ich bin soooooo müde. Täglich muss ich irgendwas trainieren, irgendwas umschiffen, achtsam sein, Skills üben, mich meinen Ängsten stellen, Situationen suchen, die ich nicht haben will, Dinge aushalten, Dinge aushalten, Dinge aushalten. Das hat nie ein Ende. Never ever.
Und es wird auch nie einen Menschen geben, der zu Euch sagt: "Mein Borderleinchen, Du hast so enorm viel geschafft, ich bin stolz auf Dich. Und so wie Du jetzt bist, bist Du okay. Den Rest des Wegen, Maus, komm ICH auf DICH zu. Bleib Du einfach, wie Du bist." Diesen Menschen wird es nicht geben. Egal wie weit du kommst, sie werden immer mehr verlangen. Sie wollen dich "normal". Du kannst es nicht sein. Also musst du mehr an dir arbeiten. So einfach ist das. In deren Welt.

Könnt Ihr nachvollziehen, wie gut es gerade tut, einfach mal aus all dem raus zu sein? Ohne Kontakt zu Menschen habe ich fast keine Probleme mit Borderline. Der ganze emotionale Stress bröselt von mir ab. Allmählich werde ich ruhiger. Komme wieder zu mir. Keine unkontrollierbaren Reize von nirgendwo. Dadurch keine Spannungszustände, keine Dissoziationen, keine Depression, keine Scham, keine Selbstvorwürfe, keine Gefahr. Einfach nur Stille. Kein Schmerz. Endlich mal kein Schmerz.

Meine Soziophobie, auch wenn sie mir so vieles nicht gestattet, so erspart sie mir halt auch viel. Und ich beginne, die Ruhe zu genießen. Vielleicht zu sehr.

 

P.S. Und alles, was an Borderline toll ist, was fasziniert, was anmacht, die Intensiät, die Ideen, das Schillernde, die hohe Sensibilität, das alles sollen wir schön beibehalten. Das nimmt man gerne. Was wollen sie aus uns züchten? Die Überfrau?

Irgendwie komme ich langsam an den Punkt, an dem ich fast lieber alleine bleibe und auf alles, was Zweisamkeit oder Geselligkeit ausmacht verzichte, statt mich weiter auf diese Weise dressieren zu lassen. Wer das Licht will, der möge fortan bitte auch den Schatten nehmen. Bitte!!!

 

Aus einer Unterhaltung mit einer Freundin

Sie äußerte sich verwundert, dass selbst ich, die analytische Blossom, noch immer mit Borderline zu kämpfen habe.

Ich habs ihr kurz so beschrieben:

"Klar, Borderline bleibt einem ein Leben lang erhalten.
Man kann lernen, damit umzugehen, aber es geht ja nicht weg. Man muss dieses "damit umgehen" halt immer und ständig und ewig üben und praktizieren und manchmal hat man keine Kraft oder etwas anderes wirft einen um, und dann verliert man wieder die Zügel und das Monster Borderline hüpft für ne Weile übermütig in der Gegend rum. Bis man es mit viel Geduld und erlernten Ritualen wieder beruhigen konnte und es sich wieder an die Leine nehmen lässt.
Wie das geht, weiß ich.
In meiner jetzigen Phase der sozialen Angst, in der ich nichtmal mit engen Freunden telefonieren kann ohne gegen Panikattacken zu kämpfen, weiß ich, was nötig ist, um da wieder raus zu kommen. Nämlich abwarten und Tee trinken.
Wenn Monsterchen sich ausgetobt hat, kriegt es Hunger und kommt ganz von alleine zurück in den Käfig ;-)

Nur vor Beziehungen habe ich nach wie vor Angst, ja. Weil die Auslöser in einer Beziehung täglich so zahlreich sind. Monsterchen sich leichter losreisst, weil ich abgelenkt bin.
Es ist ein ständiger Kampf. Und nach ca eineinhalb Jahren (so lange dauern meine Beziehungen in verlässlicher Regel) bin ich erschöpft. Dann muss ich weg."

Und leider leider, verdammt LEIDER hat dann noch keiner den Schneid gehabt, mich aufzuhalten.

Mich festzuhalten.

 

 

Ich glaube nicht an Gott ....

..... aber manchmal vermisse ich ihn ;)

 

Mistakes

Ich habe soviel aus meinen Fehlern gelernt ....

.... ich denke darüber nach, ein paar mehr zu machen.

 
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