Nachtrag zum Eintrag von gestern
Jemand, dem ich diesbezüglich was zutraue, hat mir gestern abend noch erläutert, dass "Abwarten und Tee trinken" möglicherweise doch nicht so ganz die richtige Strategie bei Angststörungen ist.
Nun, da macht es sich die Blossom wohl wieder zu einfach. Ein bisschen Arbeit an der Sache wäre wohl schon nötig, heisst es. Mal wieder. Mal wieder. Mal wieder.
Kinners, ich bin soooooo müde. Täglich muss ich irgendwas trainieren, irgendwas umschiffen, achtsam sein, Skills üben, mich meinen Ängsten stellen, Situationen suchen, die ich nicht haben will, Dinge aushalten, Dinge aushalten, Dinge aushalten. Das hat nie ein Ende. Never ever.
Und es wird auch nie einen Menschen geben, der zu Euch sagt: "Mein Borderleinchen, Du hast so enorm viel geschafft, ich bin stolz auf Dich. Und so wie Du jetzt bist, bist Du okay. Den Rest des Wegen, Maus, komm ICH auf DICH zu. Bleib Du einfach, wie Du bist." Diesen Menschen wird es nicht geben. Egal wie weit du kommst, sie werden immer mehr verlangen. Sie wollen dich "normal". Du kannst es nicht sein. Also musst du mehr an dir arbeiten. So einfach ist das. In deren Welt.
Könnt Ihr nachvollziehen, wie gut es gerade tut, einfach mal aus all dem raus zu sein? Ohne Kontakt zu Menschen habe ich fast keine Probleme mit Borderline. Der ganze emotionale Stress bröselt von mir ab. Allmählich werde ich ruhiger. Komme wieder zu mir. Keine unkontrollierbaren Reize von nirgendwo. Dadurch keine Spannungszustände, keine Dissoziationen, keine Depression, keine Scham, keine Selbstvorwürfe, keine Gefahr. Einfach nur Stille. Kein Schmerz. Endlich mal kein Schmerz.
Meine Soziophobie, auch wenn sie mir so vieles nicht gestattet, so erspart sie mir halt auch viel. Und ich beginne, die Ruhe zu genießen. Vielleicht zu sehr.

P.S. Und alles, was an Borderline toll ist, was fasziniert, was anmacht, die Intensiät, die Ideen, das Schillernde, die hohe Sensibilität, das alles sollen wir schön beibehalten. Das nimmt man gerne. Was wollen sie aus uns züchten? Die Überfrau?
Irgendwie komme ich langsam an den Punkt, an dem ich fast lieber alleine bleibe und auf alles, was Zweisamkeit oder Geselligkeit ausmacht verzichte, statt mich weiter auf diese Weise dressieren zu lassen. Wer das Licht will, der möge fortan bitte auch den Schatten nehmen. Bitte!!!